Kaschmir – feine orientalische Teppichkunst
Kaschmir-Teppiche entstammen einer traditionsreichen Knüpfkultur, deren Musterwelt stark von persischen Vorbildern geprägt ist. Florale Ornamente, geschwungene Ranken und Medaillons gehören ebenso zum Repertoire wie Lebensbaumdarstellungen.
Eine Besonderheit der Herstellung ist das Talim-System: Eine schriftliche Mustercodierung gibt den Knüpfern die Farben und die Abfolge der Knoten vor. Auf diese Weise lassen sich komplexe Entwürfe Reihe für Reieh umsetzen.
Neben Wollteppichen sind insbesondere Seidenteppiche aus Kaschmir bekannt. Je nach Ausführung wird der Flor auf einem Grundgewebe aus Baumwolle oder Seide geknüpft. Seidenflor zeichnet sich durch einen charakteristischen Glanz aus, dessen Wirkung sich mit Lichteinfall und Blickrichtung verändert. Die Bezeichnung Kaschmir beschreibt dabei die Herkunft des Teppichs und bedeutet nicht, dass er aus Kaschmirwolle besteht.
Kunstseide – feiner Glanz und elegante Optik
Kunstseide ist eine gebräuchliche Bezeichnung für industriell hergestellte Fasern mit seidenähnlichen Aussehen. Häufig handelt es sich um Viskose, eine aus Zellulose gewonnene Regeneratfaser. Naturseide ist darin nicht automatisch enthalten.
Bei Teppichen werden solche Fasern vor allem wegen ihrer glatten Oberfläche und ihres Glanzes eingesetzt. Je nach Florrichtung und Lichteinfall können Farben heller oder dunkler wirken. Der Flor erhält dadurch eine changierende Optik, die sowohl flächige Gestaltung als auch einzelne Ornamente betonen kann.
Baumwolle – ein bewährtes Material in handgeknüpften Teppichen
Baumwolle ist eine natürliche Pflanzenfaser, die bei vielen handgeknüpften Orient- und Perserteppichen das Grundgewebe bildet. Sie wird häufig für Kette und Schuss verwendet und schafft eine feste, zugleich flexible Grundlage für den Flor.
Baumwollgarne lassen sich gleichmäßig und fein verarbeiten und eignet sich daher auch für dicht geknüpfte Teppiche. Die Angabe "Baumwolle" beim Grundgewebe beschreibt somit die tragende Konstruktion des Teppichs.