Isfahan – besonders feine persische Teppichkunst
Isfahan zählt zu den bedeutenden Zentren persischer Teppichkunst. Als Hauptstadt unter Schah Abbas dem Großen erlebte die Stadt eine Blütezeit des Kunsthandwerks, die auch ihre Teppichtradition prägte.
Charakteristisch sind fein gezeichnete Arabesken, Palmetten, Rosenblüten und spiralförmige Ranken. Häufig ordnen sich diese Elemente um ein zentrales Medaillon, dessen Farben in den Bordüren wiederkehre. Neben solchen Kompositionen gibt es durchgehend gemusterte Teppiche sowie Ausführungen mit Tier- und Jagddarstellungen. Rote, hellblaue oder beigefarbene Grundflächen bilden dabei den Hintergrund für die detailreiche Ornamentik.
Die Verbindung aus präziser Zeichnung, fein gegliederten Bordüren und abgestimmter Farbgebung bestimmt den klassichen Charakter dieser Provenienz.
Schurwolle – Naturfaser für handgeknüpfte Teppiche
Schurwolle ist eine natürliche Faser, die durch die Schur lebender Schafe gewonnen wird. Bei vielen handgeknüpften Teppichen wird Schurwolle für den Flor verwendet.
Wollfasern sind von Natur aus elastisch und können sich nach Belastung teilweise wieder aufrichten. Zudem nehmen sie Feuchtigkeit aus dem Umgebungsluft auf und geben sie wieder ab. Ihre gekräuselte Struktur hält Luft zwischen den Fasern und trägt zu einem warmen Gefühl unter den Füßen bei.
Wie weich sich der Flor anfühlt, hängt von der verwendeten Wollqualität und ihrer Verarbeitung ab. Schurwolle ist deshalb nicht bei jedem Teppich gleich im Griff.
Kunstseide – feiner Glanz und elegante Optik
Kunstseide ist eine gebräuchliche Bezeichnung für industriell hergestellte Fasern mit seidenähnlichen Aussehen. Häufig handelt es sich um Viskose, eine aus Zellulose gewonnene Regeneratfaser. Naturseide ist darin nicht automatisch enthalten.
Bei Teppichen werden solche Fasern vor allem wegen ihrer glatten Oberfläche und ihres Glanzes eingesetzt. Je nach Florrichtung und Lichteinfall können Farben heller oder dunkler wirken. Der Flor erhält dadurch eine changierende Optik, die sowohl flächige Gestaltung als auch einzelne Ornamente betonen kann.
Baumwolle – ein bewährtes Material in handgeknüpften Teppichen
Baumwolle ist eine natürliche Pflanzenfaser, die bei vielen handgeknüpften Orient- und Perserteppichen das Grundgewebe bildet. Sie wird häufig für Kette und Schuss verwendet und schafft eine feste, zugleich flexible Grundlage für den Flor.
Baumwollgarne lassen sich gleichmäßig und fein verarbeiten und eignet sich daher auch für dicht geknüpfte Teppiche. Die Angabe "Baumwolle" beim Grundgewebe beschreibt somit die tragende Konstruktion des Teppichs.