Kerman Lavar – besonders feine persische Teppichkunst
Kerman-Lavar-Teppiche werden der Knüpftradition von Ravar in der Provinz Kerman im Südosten des Iran zugeordnet. Der Ortsname erscheint im Teppichhandel häufig als "Lavar". Bereits im 19. Jahrhundert sind in Ravar Werkstätten belegt, die aufwendig gearbeitete Teppiche herstellten.
Viele Exemplare zeigen detailreiche florale Kompositionen mit Blüten, Palmetten und geschwungenen Ranken. Neben zentralen Medaillons kommen flächendeckende Muster vor. Fein gegliederte Bordüren ergänzen die Gestaltung und greifen häufig Motive des Innenfeldes auf.
Schurwolle – Naturfaser für handgeknüpfte Teppiche
Schurwolle ist eine natürliche Faser, die durch die Schur lebender Schafe gewonnen wird. Bei vielen handgeknüpften Teppichen wird Schurwolle für den Flor verwendet.
Wollfasern sind von Natur aus elastisch und können sich nach Belastung teilweise wieder aufrichten. Zudem nehmen sie Feuchtigkeit aus dem Umgebungsluft auf und geben sie wieder ab. Ihre gekräuselte Struktur hält Luft zwischen den Fasern und trägt zu einem warmen Gefühl unter den Füßen bei.
Wie weich sich der Flor anfühlt, hängt von der verwendeten Wollqualität und ihrer Verarbeitung ab. Schurwolle ist deshalb nicht bei jedem Teppich gleich im Griff.
Baumwolle – ein bewährtes Material in handgeknüpften Teppichen
Baumwolle ist eine natürliche Pflanzenfaser, die bei vielen handgeknüpften Orient- und Perserteppichen das Grundgewebe bildet. Sie wird häufig für Kette und Schuss verwendet und schafft eine feste, zugleich flexible Grundlage für den Flor.
Baumwollgarne lassen sich gleichmäßig und fein verarbeiten und eignet sich daher auch für dicht geknüpfte Teppiche. Die Angabe "Baumwolle" beim Grundgewebe beschreibt somit die tragende Konstruktion des Teppichs.