Keschan – traditionsreiche Teppichkunst aus Persien
Keschan, auch Kaschan oder Kashan geschrieben, zählt zu den historischen Teppichzentren des Iran. Bereits im 16. und 17. Jahrhundert entstanden in den dortigen Hofmanufakturen aufwendig gearbetete Teppiche. Zu diesen frühen Arbeiten gehörten feine Seidenteppiche mit Tierdarstellungen und Jagdszenen.
Kennzeichnend für viele Keschan-Teppiche ist ein zentral angeordnetes Medaillon, dessen Formen in den Eckmotiven wiederkehren. Florale Arabesken, Palmetten und geschwungene Ranken füllen das umliegende Feld. Neben diese Medaillonkompositionen kommen auch durchgehend gemusterte Variante ohne betonte Mitte vor.
Die Farbgestaltung wird häufig von Rot und Dunkelblau bestimmt. Unterschiedliche Abstufungen und ergänzende Akzentfarben verleihen den Ornamenten Tiefe. Rosen- und Lotusblüten sowie spiralförmige Ranken gehören zum traditionellen Musterschatz. Eine breite Hauptbordüre und mehrere schmalere Begleitbordüren rahmen die Komposition ein. Dabei finden sich auch florale Elemente des sogenannten Schah-Abbas-Musters.
Bei vielen Wollteppichen bestehen Kette und Schuss aus Baumwolle. Der Wollflor wird mit dem asymmetrischen persischen Knoten gearbeitet. Feinheit und Materialbeschaffenheit unterscheiden sich je nach Entstehungszeit und Ausführung. Neben Wollteppichen gibt es besonders feine Seidenarbeiten.
Charakteristisch ist das Zusammenspiel aus dichtem Flor, sorgfältiger Musterzeichnung und ausgewogener Farbverteilung. Trotz ihres Detailreichtums wirken viele Keschan-Teppiche klar gegliedert und bilden damit einen bekannten Typus des klassischen Perserteppichs.
Schurwolle – Naturfaser für handgeknüpfte Teppiche
Schurwolle ist eine natürliche Faser, die durch die Schur lebender Schafe gewonnen wird. Bei vielen handgeknüpften Teppichen wird Schurwolle für den Flor verwendet.
Wollfasern sind von Natur aus elastisch und können sich nach Belastung teilweise wieder aufrichten. Zudem nehmen sie Feuchtigkeit aus dem Umgebungsluft auf und geben sie wieder ab. Ihre gekräuselte Struktur hält Luft zwischen den Fasern und trägt zu einem warmen Gefühl unter den Füßen bei.
Wie weich sich der Flor anfühlt, hängt von der verwendeten Wollqualität und ihrer Verarbeitung ab. Schurwolle ist deshalb nicht bei jedem Teppich gleich im Griff.
Baumwolle – ein bewährtes Material in handgeknüpften Teppichen
Baumwolle ist eine natürliche Pflanzenfaser, die bei vielen handgeknüpften Orient- und Perserteppichen das Grundgewebe bildet. Sie wird häufig für Kette und Schuss verwendet und schafft eine feste, zugleich flexible Grundlage für den Flor.
Baumwollgarne lassen sich gleichmäßig und fein verarbeiten und eignet sich daher auch für dicht geknüpfte Teppiche. Die Angabe "Baumwolle" beim Grundgewebe beschreibt somit die tragende Konstruktion des Teppichs.